Tierversuche
Der Tierversuch ist kein Garant für die Sicherheit eines Medikaments oder einer Chemikalie/eines Kosmetikums. Die Unternehmen sichern sich lediglich versicherungsrechtlich damit ab ...
Wissenschaft
Der Tierversuch ist kein Garant für die Sicherheit eines Medikaments oder einer Chemikalie/eines Kosmetikums. Die Unternehmen sichern sich lediglich versicherungsrechtlich damit ab.
Ein Beispiel: Steht auf eienm Backrohrreiniger darauf, dass man ihn nicht in die Augen sprühen darf und jemand macht das, so kann sich der Hersteller absichern, in dem er zum einen den Hinweis angebracht und zum anderen den dafür "notwendigen" Tierversuch absolviert hat.
Dem Geschädigten nützt das nichts und tausende Tiere müssen dafür leiden und ihr Leben lassen.
Ein zusätzliches Problem ist das sogenannte "Retesting", also das mehrmalige Testen von ein und derselben Substanz. Grund dafür ist die fehlende Stanardisierung der Labors, schon ein Temperaturuntschied von einem Labor zum anderen von wenigen Graden erfordert ein Retesting - völlig unsinnig.
Ethik
Dass jedes Tier ein fühlendes Lebewesen ist, darüber streitet sich mittlerweile kaum noch jemand. Doch immer noch sterben Milionen von Versuchstieren und die Anzahl verringert sich nur unwesentlich nach unten.
In den letzten Jahren sind laut Statistik die Zahlen der in Tierversuchen "verbrauchten" Tiere ständig zurückgegangen.
Waren es 1997 noch 168.969 Tiere, reduzierte sich die Anzahl im Jahre 1998 auf 157.248. 2003 wurden in österreichischen Labors 172.103 Tiere "eingesetzt".
Das sind immerhin um 20.073 weniger als 2002, der Rückgang betrifft aber ausschließlich Ratten, Mäuse und Meerschweinchen. Bei anderen Tieren gab es dramatische Steigerungen - 2002 waren z.B. 342 Schweine für Tierversuche eingesetzt worden, 2003 waren es 1391 - das sind plus 329 Prozent. Gestiegen ist auch der Verbrauch von Vögeln (+245%), Ziegen (+196%), Pferden/Eseln (+177%), Schafen (+61%), Rindern (+45%) und Hunden (+27%)!
Diese Zahlen belgen, dass es in den zuständigen Ministerien keine Strategie gibt, Tierversuche zu ersetzen.
Tierversuche für Kosmetik - Warten auf EU-weites Verbot

Schon seit 10 Jahren versucht der Österreichische Tierschutzverin ein Tierversuchsverbot zur Herstellung von Kosmetika inder EU durchzusetzen, ein jedoch in diesem Zusammenhang jahrelanges Thema ist die Kosmetikrichtlinie, die eigentlich ein Verbot von Tierversuchen am Endprodukt und an den Inhaltsstoffen vorsehen soll.
In einem ersten Schritt wurden Tierversuche für die Prüfung von fertigen kosmetischen Produkten wie Schampoos, Lippenstifte oder Duschcremes in der EU ab dem 11.September 2004 verboten. Der EU-Ministerrat musste auch der Forderung des Europäischen Parlaments nachkommen und ein Tierversuchsverbot für die Inhaltsstoffprüfung (z.B. für Tenside, Konservierungs- oder Duftstoffe) ab 2009 festlegen. Auch der Verkauf von Kosmetika, die außerhalb der EU in Tierversuchen entwickelt wurden, wird zukünftig EU-weit verboten. Dieses Verbot soll prinzipiell 2009, in bestimmten Ausnahmefällen aber erst 2013 oder sogar noch später, bis auch für die Ausnahmebereiche tierversuchsfreie Testmethoden anerkannt werden, in Kraft treten.
Aus der Sicht des Tierschutzes ist es völlig unakzeptabel, dass Kosmetikfirmen mindestens weitere sechs Jahre ihre in Tierversuchen gepfrüften Kosmetika in der EU vekaufen können. Enttäuschend ist auch die Tatsache, dass der Termin 2013 für das Vermarktungsverbot nicht endgültig ist, sondern auf einen späteren Zeitpunkt verschoben werden kann.
Aus diesem Grund wird der Österreichische Tierschutzverein eine Positivliste erstellen, auf der Hersteller von Kosmetika und Reinigungsmittel zu finden sind, die bereits jetzt auf Tierversuche verzichten.
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